Unsere Geschichte:
Es begab sich im Jahre des Herrn 2009 als eine Handvoll wackerer Maiden und Recken, die unglaublich viel Spaß an den Riten des alemannischen Fasnetbrauchtums hatten, sich zusammenfanden um ebenfalls an diesen aktiv teilnehmen zu können. Zu deren Leidwesen gab es den Irrglauben, nur katholische Gemeinden hätten das verbriefte Recht zu ausgelassenem Treiben im Häs zur Fasnetzeit. Aber das Brauchtum ging schon auf Zeiten der Alemannen zurück, wo die Religion noch nicht von Bedeutung war. Von dieser Erkenntnis bestärkt beschlossen sie auch in der lutherischen Gemeinde Lustnau einen ebensolchen Verein zur Erhaltung und Förderung dieses Brauchtums zu gründen. Nun ging es darum eine Identität des Vereines zu suchen, welche auch schnell in Form des Wappens gefunden wurde.
Wir tragen das altüberlieferte Wappen der Herren von Lustnau (ca. 1100-1466), welches einen Hirsch mit heraushängender Zunge im blau-weißen Design zeigt, drum herum drapiert der Helm und die Insignien der Ritterwürde.
Die Goldersbach Hex:
Die Goldersbach Hex beruht auf einer Sage, nach der es im Gebiet des alten Lustnauer Sportplatzes einen Treffpunkt von sagen wir einmal anrüchigem Weibsvolk gegeben haben soll. Das Weibsvolk traf sich dort, um im umliegenden Wald nach Kräutern zu suchen und diese mit dem Wasser des Goldersbach zu (hoffentlich) heilsamen Kräutersuden zu verkochen. Das Häs der Goldersbach Hex besteht aus Strohschuhen, blau-weiß-schwarzen Strümpfen, einer Stehbrunsunterhose, einem Rock mit Schürze und schwarzer Tasche, einem Schnürhemd, einem Dreieckstuch und einer frei zu wählenden Hexenmaske aus Holz mit einem schwarzen Maskentuch.
Der Schlosswächter:
Die Traditionsmaske der Fasnetsfreunde-Lustnau e.V. ist ein Häs, welches sich aus der eng verbundenen Geschichte mit den Pfalzgrafen von Tübingen zusammensetzt. Da die Herren von Lustnau die Ministerialen der Pfalzgrafen von Tübingen waren, ist die Maske des Schlosswächters, einer der Figuren in den Portalen des unteren Tores des Tübinger Schlosses (erbaut um 1606) nachempfunden. Das Häs besteht aus ledernen Stulpenstiefeln, einer dunklen Lederhose, einem naturfarbenen Schnürhemd und einem Wams (oder Ledermantel). Sie ist der Uniform eines Landsknechts aus dem 30-jährigen Krieg nachempfunden, in dem die Lustnauer 121 Männer verloren haben, sodass im Jahre 1653 nur noch 75 Männer in Lustnau gezählt werden konnten.
Das Klosterweible:
Die Klosterweibla beziehen sich auf das in Lustnau ansässige Kloster, welches in späteren Jahren zum Kloster Bebenhausen gehörte. In diesem Kloster gab es nicht nur gläubige Nonnen, sondern auch Frauen von Adel, welche in dem Kloster, aus welchen Gründen auch immer, Unterschlupf fanden. Das Häs der Klosterweibla besteht aus festem Schuhwerk, einem Gewand aus ebendieser Zeit und ein damals gebräuchlichen Häubchen. Das Kloserweible ist eine Fasnetfigur die ohne eine Maske auskommt.
Unser Narrenruf:
Der Narrenruf der Fasnetsfreunde Lustnau e.V. lautet: Biera - woich. Er begründet sich auf einen gebräuchlichen Ausspruch der Lustnauer: "Du bischt jo biera woich" - was so viel bedeutet, wie. „ Du bist ja verrückt“.